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Der Bründlweg zieht jedes Jahr Tausende von Wanderern auf den Pogusch. Vom Ausgangspunkt beim Wirtshaus Steirereck führt der 11 km lange Rundweg durch sieben Höfe, wo die Wanderer weitere Einkehrmöglichkeiten vorfinden. Und das ist – neben der landschaftlichen Schönheit dieser Region – eine weitere Besonderheit des Bründlweges. Denn hier haben sich sieben Bauern bzw. Bäuerinnen zusammengefunden und ziehen gemeinsam an einem Strang. Als „Wegbereiter“ des Bründlwegs gilt der in Turnau lebende Karl Wenzel.

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Herr Wenzel,  Ihr Name ist untrennbar mit dem Bründlweg verbunden. Warum ist das so?

KARL WENZEL: Es begann alles vor 17 Jahren, als das Steiereck aufgemacht hat. Die Familie Reitbauer, mit der ich seit vielen Jahren eng befreundet bin, und ich haben damals gemeinsam erkannt, dass die Gäste mehr wollen, als nur gut essen und trinken. Wir wollten den Menschen unsere schöne Gegend zeigen. Nachdem ich dann den ganzen Weg über die sieben Höfe abgegangen bin, haben wir uns mit allen sieben Bauern an einen Tisch gesetzt.

Das klingt alles sehr einfach. Gab es denn gar keinen Widerstand?

WENZEL: Es war alles andere als einfach und es hat auch einige Zeit gedauert, bis die Bauern und Bäuerinnen vom Projekt Bründlweg überzeugt waren. Man muss wissen, dass die meisten Höfe bis zu diesem Zeitpunkt so entlegen waren, dass überhaupt nie ein Fremder dort vorbeigekommen ist. Und jetzt sollte auf einmal direkt an den Höfen ein Wanderweg vorbeiführen. Da ist es natürlich verständlich, dass nicht alle Bauern und Bäuerinnen von dieser Idee sofort begeistert waren.

Wie wurde das Projekt Bründlweg umgesetzt?

WENZEL: Vor 15 Jahren haben die sieben Bauern und Bäuerinnen mit mir gemeinsam dann den „Verein Romantischer Bründlweg“ gegründet. Denn trotz der enormen Eigenleistung der Bauern und Bäuerinnen wäre es ohne Verein undenkbar gewesen, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Es wurde sehr viel Geld in die Hand genommen, auch Geld aus öffentlicher Hand. Der Großteil wurde und wird auch noch heute von den Bauern und Bäuerinnen aber selbst gemacht. Alle Höfe wurden von innen nach außen angepasst. Ein Bauer stellte sogar seine eigene Stube zur Verfügung und heute sitzen die Gäste in seiner Stube um seinen Tisch.  Die Bauern, die hier fast alle von der Forstwirtschaft leben, haben nun ein zweites Standbein: Jeder Bauer ist jetzt auch Wirt und jede Bäuerin ist jetzt auch Wirtin.

Was ist aber nun das Besondere am Bründlweg?

WENZEL: Da ist einmal die wunderbare Aussicht rundherum. Vom Schäferhuber sieht man hinunter bis nach Kapfenberg und das ganz Mürztal hinauf. Und dann natürlich unsere gute Luft. Vom Hochschwab kommt der rauhe Wind herüber (schwärmt). Das ist einfach herrlich! Wir wollen auch die „Sommerfrische“ bewerben, denn bei uns kann man auch in heißen Sommernächten noch gut schlafen.

Der  Bründlweg wird als Barfußwanderweg beworben und Sie selbst gelten als passionierter Barfußgeher. Was können Sie uns darüber erzählen?

WENZEL: Ein Wiener, der am Bründlweg barfuß gegangen ist, hat mich zum Barfußgehen gebracht. Das war vor sieben Jahren, als ich nach mehreren Sportverletzungen große Probleme beim Gehen hatte. Ich habe mich dann in die Materie eingelesen und gehe seitdem beinahe den ganzen Sommer barfuß. Die Schmerzen sind weg und ich bin seitdem ein ganz anderer Mensch. Barfußwandern ist Freiheit für die Füße! Der Bründlweg ist auf der gesamten Strecke barfuß begehbar und wir wollen die Wanderer dazu einladen.

Wie sieht die Zukunft des Bründlwegs aus?

WENZEL: Wir wollen den Weg so belassen, wie er ist und nicht mit irgendwelchen Bau- oder Kunstwerken verschandeln. Für uns ist wichtig, dass die Natur in Ordnung ist und dass die Menschen am Weg so bleiben, wie sie sind.

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Barfußgehen – Ein Erlebnis vom Fuß bis zum Kopf

Unsere Füße haben schwer zu tragen. Tagein, tagaus, ein Leben lang. Doch statt uns das Gehen zu erleichtern, zwängen wir unsere Füße in schlechtes Schuhwerk, geben ihnen kaum Bewegungsfreiheit und keine Luft zum Atmen. Die Folgen sind brennende Fußsohlen, kalte Füße, schwitzende Füße und so weiter.

Der Bründlweg bietet alles was Ihr Fuß begehrt

Befreien Sie doch einmal Ihre Füße von allen Zwängen und schenken Sie ihnen Luft zum Atmen! Nehmen Sie sich die Zeit, um Schritt für Schritt den Boden unter Ihren Füßen zu spüren. Nehmen Sie bewusst wahr, wo und wie Sie gehen und stehen. Im herrlich frischen Wasser des neu angelegten Teiches am Bründlweg werden Ihre Füße wieder zu neuem Leben erweckt, auf dem Wiesenweg schließen Sie Bekanntschaft mit einem warmen, samtig weichen Erdboden und wenn Sie Lust (und ein bisschen Mut) haben, können Sie auf dem Waldweg durch eine schlammige Pfütze waten.

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Fotos, Text und Interview:

Oliver Königshofer / www.actline.at, Wirtshaus Steirereck, 26.10.2013

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