Ausgangs- und Zielpunkt: Roanwirt, St. Lorenzen im Mürtztal – Steirereck am Pogusch
Länge und Schwierigkeit: gemütliche 3h Gehzeit (ca. 10km, 400hm)

Karl Detschmann | © Oliver Königshofer, actline.atlogo-Region-der-Wege_4c-Kopie-200

Vom Roanwirt zum Steirereck

Kaum einer kann die Region so gut bewerben und so begeisternd von ihr erzählen wie Karl Detschmann (72), ehemaliger Geschäftsführer der Brauerei Schladminger und später Verkaufsdirektor der Brauunion Österreich, der jetzige Obmann des Tourismusregionalverbands Hochsteiermark, der für die östliche Obersteiermark zuständig ist. REGION DER WEGE hat Karl Detschmann und seinen Wanderfreund Johann Hollerer in St. Lorenzen im Mürztal zur gemeinsamen Wanderung getroffen.

Ihr Weg ins Grüne führt sie vom Parkplatz Fuscht in unmittelbarer Nähe vom Roanwirt den Fuschtgraben entlang der Markierung 456 hinauf Richtung Brebacher / Huber. Dann folgen sie der Markierung zum Bründlweg. Am Bründlweg angekommen geht es Richtung Friedmanner Hof zum Steirereck am Pogusch. Eine gute Strecke, um über das Glück der Hochsteiermark zu sprechen.

Karl, wie bist du auf die Wanderstrecke, auf der wir uns befinden, gestoßen?

KARL DETSCHMANN: Das war nicht schwer: Schon vor fast 20 Jahren haben Heinz Reitbauer und ich uns getroffen und erkannt, dass wir die Natur direkt vor unserer Nase haben. Und wir haben hier heroben in überschaubaren Abständen bodenständige und authentische Bauern, die die Gegend perfekt verkörpern.

Also bist du, wenn du wandern gehst, oft hier in der Region unterwegs?

DETSCHMANN: Eigentlich fast nur hier in der Region! Wir haben bei uns ja das Paradies auf Erden, haben immer frische Luft und sind gleich im Wald. Wir leben mitten im Grünen! Das ist ein einzigartiges Glück. Leider Gottes bekommen wir das selber oft gar nicht mit, wie begnadet wir sind. Daher ist es für mich ein Herzensanliegen und ich sehe meine Hauptaufgabe darin, meinen Mitbewohnern die Augen zu öffnen, dass wir dieses Paradies wahrnehmen. Wir können glücklich sein, hier leben und wohnen zu dürfen.

Du bist als Tourismusobmann ja ein vielbeschäftigter Mann. Wie oft hast du Gelegenheit, dir die Wanderschuhe zu schnüren?

DETSCHMANN: Also wochenends sicher! Ich gehe mit meinen Freunden auch laufen, und ich gehe wandern. Es gibt ja nichts Schöneres, als nach 1 ½ Stunden dann bei einem Hof am Weg einzukehren, sich zurückzulehnen und tief Luft zu holen.

Welches sind Deine bevorzugten Wanderziele?

DETSCHMANN: Ich persönlich liebe den Erzberg. Ich liebe das Stuhleck im Winter, ein traumhaftes Schigebiet. Ich liebe es, übers Niederalpl nach Mariazell zu gehen. Oder das Rennfeld. Es ist bei uns einfach überall schön – man muss nur die Augen aufmachen!

Gibt es noch ein Schmankerl, ein besonderes Erlebnis, das du mit der Hochsteiermark verbindest?

DETSCHMANN: Was ich jedem empfehlen kann, um die Hochsteiermark auf ganz andere Art zu erleben, ist die Sonnenaufgangswanderung zur Wintersonnenwende auf den Teufelstein, die jedes Jahr um den 21. Dezember stattfindet und bei der man in der Früh von der Schanz aus zum Teufelstein geht. Wenn man dann dort oben steht und im Osten plötzlich rot die Sonne rauskommt und der Stein und die Hohe Veitsch und der Hochschwab angestrahlt werden, ist das ein ergreifendes Gefühl (schwärmt). Dann wird die Sage vom Teufelstein erzählt, von dem man sich ja nicht vorstellen kann, dass er natürlichen Ursprungs sein soll, und dann spielen Musikanten mit Harmonika und Zither auf. Das erlebst du nur in der Hochsteiermark!

Vervollständige bitte den Satz: Die Hochsteiermark bedeutet für mich…

DETSCHMANN: Die Hochsteiermark bedeutet für mich Leben, bedeutet, das Herz zu spüren, und ist eine Garantie für lebenslanges Glück.

Danke für das Gespräch und die schöne Wanderung.

Karl Detschmann | © Oliver Königshofer, actline.at

Karl Detschmann | © Oliver Königshofer, actline.at

Text: Florian Zeilinger /  Fotos, Interview und redaktionelle Gestaltung: Oliver Königshofer,  actline.at

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